Gershwin Piano Quartet
Mischa Cheung — André Desponds — Benjamin Engeli — Stefan Wirth
Das Gershwin Piano Quartet ist eine Formation von vier Pianisten, die an vier Flügeln ihre eigenen Arrangements von bekannten Werken aus der gesamten Musikgeschichte präsentieren. Mit seiner Mischung aus klassischer Virtuosität und jazziger Improvisationslust, seiner Kombination aus lyrischer Versonnenheit und unwiderstehlichem rhythmischen Drive sorgt es bei seinen Konzerten weltweit regelmässig für Furore. Im Zentrum der Arbeit der vier Schweizer Musiker steht immer die sehr persönliche Auseinandersetzung mit den gewählten Werken, welche die üblichen Grenzen der Interpretation weit überschreitet und von der originalgetreuen Transkription bis hin zur eigentlich Neukomposition, zu Improvisations- und Remix-Techniken reicht.
André Desponds gründete das Ensemble 1996 in Zürich. Die ersten Konzerte konzentrierten sich noch ganz auf die Musik des Namensgebers George Gershwin, die mit ihrer stilistischen Offenheit noch immer einen wichtigen Bestandteil des Repertoires des Quartetts darstellt. Im Laufe der Jahre hat sich die Palette aber zusehends erweitert und umfasst inzwischen so unterschiedliche Musik wie den Eröffnungschor aus Bachs Weihnachtsoratorium, eine mit vielen Loops und Klavierpräparationstechniken arbeitende Version von Rimsky-Korsakovs «Scheherazade», eine auf zwei Sätze eingekochte Bearbeitung von Beethovens 5. Sinfonie, ein übersteigertes Arrangement der Goethe-Vertonung „Der Zauberlehrling“ von Paul Dukas, sowie eine experimentelle Abwandlung von Michael Jacksons Jahrhunderthit „Bad“.
Zu den vielen Auftritten des Gershwin Piano Quartets zählen unter anderem Konzerte beim Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Klavierfestival Ruhr, im KKL Luzern, der Tonhalle Zürich, dem Concertgebouw Amsterdem, dem Konzerthaus Dortmund, dem National Center for the Performing Arts Beijing (China) und der Sala Sao Paolo (Brasilien).
Mischa Cheung studierte bei Prof. Konstantin Scherbakov an der Zürcher Hochschule der Künste und übt heute eine umfangreiche Konzerttätigkeit aus, die ihn an renommierte Konzerthäuser und Festivals in viele Länder der Welt führt. Bei den Game Concerts der Merregnon Studios tritt er als Solist auf und konzertierte u.a. mit dem London Symphony Orchestra, dem Hong Kong Philharmonic Orchestra und dem Vancouver Symphony Orchestra. In Zusammenarbeit mit der Choreographin Alexandra Bachzetsis war er als Pianist und Arrangeur an transdisziplinären Werken im Auftrag des Museum of Modern Art New York und des Art Institute of Chicago beteiligt. Im Jahr 2019 erschien die vielbeachtete Studioaufnahme des Klavierkonzerts von Friedrich Gulda bei Solo Musica. Mischa Cheung ist Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. 2019 erhielt er den Kulturpreis des Kantons Basel-Land.
André Desponds gehört zu den wenigen Pianisten, die sich in einer Bach-Fuge oder einer Chopin-Ballade genauso zu Hause fühlen wie beim Improvisieren über «I Got Rhythm». Er verfügt über eine breite Auftrittserfahrung in grossen Konzertsälen und an Festivals in Europa, USA, Brasilien und China, wie zum Beispiel am Gasteig München, der Philharmonie St. Petersburg, dem Concertgebouw Amsterdam und dem UNO Hauptsitz in New York. Daneben arbeitet er als Pianist für CD‑, Radio- und TV-Produktionen, sowie als Theater- und Filmkomponist. Mit Künstlerpersönlichkeiten wie der Sopranistin Noëmi Nadelmann, dem Vibraphonisten Thomas Dobler und der Geigerin Melina Mandozzi verbindet ihn eine langjährige musikalische Zusammenarbeit. Als Dozent für Improvisation prägte er während Jahrzehnten die Klavierstudierenden der Zürcher Hochschule der Künste.
Benjamin Engeli fährt mehrere hundert Kilometer Zug pro Woche und pendelt so zwischen seinen etwa 60 jährlichen Auftritten in den grossen Konzertsälen Europas, seinen vielfältigen Jury-Aufgaben und seinem Engagement als Familienvater. Seine Vielseitigkeit widerspiegelt sich in seiner grossen stilistischen Bandbreite als Pianist: in zahlreichen CD-Produktionen mit Werken von Bach über Brahms und Gershwin bis zur neuesten Musik hat er auf sich aufmerksam gemacht, und sein Repertoire umfasst über 50 Klavierkonzerte, zahlreiche Solowerke und praktisch die gesamte wichtige Kammermusikliteratur. Dieser widmet er sich mit Begeisterung: als Mitglied des Tecchler Trios gewann er 2007 den ARD-Musikwettbewerb in München, mit dem Ensemble Kandinsky und dem Hegar Trio führt er derzeit eine weltweite Konzerttätigkeit.
Stefan Wirth ist Komponist und Pianist. Kompositionaufträge erhielt er u.a. vom Münchener Kammerorchester, dem Tonhalle Orchester Zürich, der Ruhrtriennale und dem Lucerne Festival. Seine Oper „Girl with a Pearl Earring“ (Opernhaus Zürich) wurde von der Zeitschrift „Opernwelt“ als „Opernaufführung des Jahres 2022“ ausgezeichnet. Als Pianist verschreibt er sich schwerpunktmässig der Neuen Musik und arbeitete mit Persönlichkeiten wie Heinz Holliger, Pierre Boulez, Beat Furrer, Enno Poppe und Rebecca Saunders zusammen. Im Theaterbereich arbeitet er häufig mit Anna-Sophie Mahler, Christoph Marthaler und Frank Castorf zusammen und war unter anderem an der Biennale Venedig, an der Deutschen Oper Berlin und der Volksbühne Berlin zu sehen und zu hören. Seit 2019 ist er Professor für klassisches Klavier und Interpretation im Bereich zeitgenössische Musik an der Musikhochschule Luzern.

