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Albrecht May­er

Oboe
© Christoph Köstlin

AUSBILDUNG
Albrecht May­er zählt zwei­fels­oh­ne zu den bes­ten Obo­is­ten der Gegen­wart. Er stu­dier­te bei Ger­hard Scheu­er, Georg Meer­wein, Ingo Goritz­ki und Mau­rice Bour­gue, begann sei­ne beruf­li­che Lauf­bahn 1990 als Solo-Obo­ist der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker und wech­sel­te 1992 in die glei­che Posi­ti­on zu den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern. Als Solist ist Albrecht May­er inter­na­tio­nal äus­serst gefragt und grün­de­te auf der Suche nach sei­nem per­sön­li­chen Klang­ide­al unlängst sein eige­nes Ensem­ble New Seasons.

Die ers­ten Erfah­run­gen mit Musik sam­mel­te Albrecht May­er als Mit­glied des Dom­chors in sei­ner Hei­mat­stadt Bam­berg, und viel­leicht fin­det der war­me, sang­li­che Cha­rak­ter sei­nes Obo­en­spiels dort sei­ne Wur­zeln. Sein Musi­zie­ren weckt immer wie­der höchs­tes Lob: Da ist von »Göt­ter­fun­ken« die Rede, von der »wun­der­sa­men Oboe« oder davon, dass May­er die Oboe »zum Ver­füh­rungs­in­stru­ment erhebt«.

Sei­ne beruf­li­che Lauf­bahn begann Albrecht May­er 1990 als Solo-Obo­ist der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker. Seit 1992 hat er die glei­che Posi­ti­on bei den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern inne und par­al­lel dazu mach­te er sich zuneh­mend einen Namen als Kon­zert­so­list. Inzwi­schen ist er einer der gefrag­tes­ten Obo­is­ten unse­rer Zeit. Als Solist hat er mit gro­ßen Diri­gen­ten wie Clau­dio Abba­do, Niko­laus Har­non­court, Sir Simon Ratt­le und Fran­çois-Xavier Roth gear­bei­tet. 2007 gab er sein Debüt in der Car­ne­gie Hall mit dem Orpheus Cham­ber Orches­tra und zudem ist er ein begeis­ter­ter Kam­mer­mu­si­ker, mit Part­nern wie Vital Juli­an Frey, Hélè­ne Grim­aud, Leif Ove Ands­nes und Lars Vogt.

2006 erhielt May­er den Bam­ber­ger E.T.A.-Hoffmann-Kulturpreis, 2013 wur­de er in die »Hall of Fame« der Zeit­schrift Gra­mo­pho­ne auf­ge­nom­men und erhielt zudem den Kul­tur­preis Bay­ern. Er wur­de drei­mal mit dem Echo-Klas­sik aus­ge­zeich­net, zwei­mal davon als Instrumen­talist des Jah­res, und sein Album Mozart gewann den Opus Klas­sik als Kon­zert­ein­spie­lung des Jah­res 2022. May­ers erfolg­rei­che, mit der Jour­na­lis­tin Hei­di Fried­rich geschrie­be­ne Auto­bio­gra­fie Klang­wun­der: Wie die Kraft der Musik mich geheilt hat erschien im Sep­tem­ber 2022.

Stets auf der Suche nach neu­em Reper­toire, leiht Albrecht May­er sei­ne Obo­en-Stim­me auch gern Wer­ken für ande­re Instru­men­te, wobei ihn die mensch­li­che Stim­me, das »natür­lichs­te« aller Instru­men­te, beson­ders fas­zi­niert. Sein ers­tes DG-Album Lie­der ohne Wor­te – Bach-Tran­skrip­tio­nen für Oboe und Orches­ter – erreich­te Platz 2 der deut­schen Klas­sik-Charts. Das Album New Sea­sonskam sogar in die deut­schen Pop-Charts ‒ es zeigt Hän­del in einem ver­blüf­fend neu­en Licht, wenn die Gesangs­li­ni­en aus Opern und Ora­to­ri­en hier der Oboe anver­traut wer­den – und sei­ne Ver­öf­fent­li­chung Auf Mozarts Spu­ren mit Clau­dio Abba­do und dem Mahler Cham­ber Orches­tra stand an der Spit­ze der deut­schen Klas­sik-Charts. Um vene­zia­ni­sche Kom­po­nis­ten des Barock ging es auf In Vene­dig. Es folg­ten das Album Bach mit Wer­ken von J. S. Bach für Oboe, Chor und Orches­ter; das Pro­jekt Drums ’n’ Chant mit dem öster­rei­chi­schen Per­kus­sio­nis­ten Mar­tin Gru­bin­ger; Bon­jour Paris mit Wer­ken von Debus­sy, Ravel, Satie, Fau­ré, D’Indy und Fran­çaix; Schilf­lie­der mit Schät­zen aus der Roman­tik; und Let It Snow! mit den King’s Singers.

2015 erschien das Album Lost and Found, das vier wenig bekann­te Obo­en- und Eng­lisch­horn-Kon­zer­te der Wie­ner Klas­sik vor­stellt, mit May­er als Solist und Diri­gent der Kam­mer­aka­de­mie Pots­dam. Auf Tes­o­ri d’Italia, das 2017 her­aus­kam, spiel­te May­er zusam­men mit I Musi­ci di Roma neben dem belieb­ten Obo­en­kon­zert in C‑Dur RV 450 von Vival­di lan­ge ver­schol­le­ne Kon­zer­te von Giu­sep­pe Samm­ar­ti­ni, Dome­ni­co Elmi und Gio­van­ni Alber­to Ris­to­ri. Das 2019 ver­öf­fent­lich­te Album Lon­ging for Para­di­se mit den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern unter Lei­tung von Jakub Hrůša bie­tet Musik für Oboe und Orches­ter von Elgar, Strauss, Ravel und Goos­sens. Die Wer­ke ver­eint die Erfah­rung ihrer Kom­po­nis­ten von Ver­lust und Krieg – ver­gan­gen, gegen­wär­tig oder bevor­ste­hend – und eine Sehn­sucht nach Schön­heit im Ange­sicht der Tragödie.

Das im April 2021 ver­öf­fent­lich­te Album Mozart – laut Wie­ner Zei­tung ein »Ohren­schmaus« – ist Aus­druck der lebens­lan­gen Lie­be des Obo­is­ten zum Werk des Salz­bur­ger Kom­po­nis­ten. May­ers Ein­spie­lung mit der Deut­schen Kam­mer­phil­har­mo­nie Bre­men und dem Cem­ba­lis­ten Vital Juli­an Frey umfasst sechs Arran­ge­ments für Oboe, Oboe d’amore oder Eng­lisch­horn sowie eine eigens in Auf­trag gege­be­ne ver­voll­stän­dig­te Fas­sung des frag­men­ta­ri­schen Obo­en­kon­zerts in F‑Dur KV 293 (416f). Eine erwei­ter­te Aus­ga­be von Mozart, die sechs zusätz­li­che Stü­cke ent­hält (dar­un­ter drei Tran­skrip­tio­nen von Ari­en aus Die Zau­ber­flö­te) kam im Novem­ber 2021 heraus.

In sei­nem neu­es­ten Album wid­met sich May­er der ein­zig­ar­tig begab­ten Fami­lie Bach. Die Auf­nah­me mit den Ber­li­ner Barock Solis­ten und Gott­fried von der Goltz (Solovioline/Konzertmeister) umfasst Wer­ke von Johann Sebas­ti­an, Johann Chris­toph, Carl Phil­ipp Ema­nu­el und Johann Chris­toph Fried­rich Bach. Bach Gene­ra­ti­ons erscheint im August 2023.

Zu den jüngs­ten Höhe­punk­ten sei­nes Tour­nee­ka­len­ders zäh­len Auf­trit­te bei der Musik­wo­che Hitz­acker 2023, deren künst­le­ri­sche Lei­tung er Ende die­ser Sai­son abgibt; Auf­füh­run­gen von Peter Ruzick­as Aulo­die in der Ham­bur­ger Elb­phil­har­mo­nie mit dem Phil­har­mo­ni­schen Staats­or­ches­ter Ham­burg unter der Lei­tung des Kom­po­nis­ten; und ein Gala­kon­zert mit dem Gewand­haus­or­ches­ter im Rah­men des Leip­zi­ger Fes­ti­vals »Bach300« anläss­lich von J. S. Bachs Ernen­nung zum Tho­mas­kan­tor vor 300 Jahren.

Geplant sind zudem ein Kam­mer­mu­sik-Reci­tal mit Freun­den beim Edin­burgh Fes­ti­val 2023, auf dem Pro­gramm ste­hen Wer­ke von Mozart, Brit­ten, Goo­sens und Moer­an (August); ein Auf­tritt am Seo­ul Arts Cen­ter mit dem Kore­an Natio­nal Sym­pho­ny Orches­tra und David Rei­land (Okto­ber); Reper­toire aus Bach Gene­ra­ti­ons bei einer Rei­he von Kon­zer­ten mit den Ber­li­ner Barock Solis­ten in Frank­furt, Han­no­ver, Düs­sel­dorf, Bre­men, Ham­burg, Köln, Regens­burg, Mün­chen und Ber­lin (Dezem­ber).

Neben sei­nen vie­len musi­ka­li­schen Ver­pflich­tun­gen rief er die Albrecht May­er Stif­tung ins Leben, deren Ziel es ist, Pro­jek­te zur Erfor­schung und The­ra­pie von Netz­haut- und Seh­ner­v­er­kran­kun­gen zu för­dern. »Natür­lich ist das Hören für mich als Musi­ker ein essen­zi­el­ler Teil mei­nes Lebens«, erklärt er. »Gera­de aus die­sem Bewusst­sein her­aus, wel­che uner­setz­li­che Bedeu­tung die Wahr­neh­mungs­sin­ne für uns Men­schen haben, ist es für mich völ­lig unvor­stell­bar, mit einem sehr ein­ge­schränk­ten Seh­ver­mö­gen oder gar ganz ohne mein Augen­licht leben zu müssen!«

Albrecht May­er spielt eine Oboe und eine Oboe d’amore der deut­schen Instru­men­ten­bau­er Gebrü­der Mönnig.

August 2023

Albrecht May­er live erleben

Albrecht Mayer

Erle­ben Sie Albrecht May­er live im Künst­ler­ge­spräch am 21. Sep­tem­ber 2025 ab 17:00 sowie in der dar­auf fol­gen­den Kon­zert zu «Viva Vene­zia» ab 18:00 Uhr. Mehr zur Ver­an­stal­tung fin­den Sie hier.