Ausbildung
Julia Jentsch zählt zu den markantesten und wandlungsfähigsten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Raums. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin – eine der renommiertesten Schauspielschulen Deutschlands.
Bereits während ihrer Studienzeit fiel sie durch starke Bühnenpräsenz und intensive Rollengestaltung auf. Im Jahr 2006 wurde sie festes Ensemblemitglied an den Münchner Kammerspielen, einem der führenden Theaterhäuser im deutschsprachigen Raum. Dort arbeitete sie mit renommierten Regisseur*innen wie Johan Simons, Andreas Kriegenburg, Monika Gindersdorfer und Luk Perceval zusammen. Ihre Arbeit dort prägte ihren künstlerischen Ausdruck nachhaltig.
Auch am Schauspielhaus Zürich war Julia Jentsch mehrfach zu erleben: 2009 stand sie in der Inszenierung von George Bernard Shaws Major Barbara unter der Regie von Peter Zadek auf der Bühne. 2013 übernahm sie dort eine Hauptrolle in Tennessee Williams’ Klassiker Die Katze auf dem heißen Blechdach, inszeniert von Stefan Pucher. Beide Produktionen fanden große Beachtung und unterstrichen ihre Vielseitigkeit als Theaterschauspielerin.
Karriere
Ihren filmischen Durchbruch feierte Jentsch 2004 mit Hans Weingartners Die fetten Jahre sind vorbei, einem Film, der nicht nur in Deutschland Kultstatus erreichte, sondern auch international Beachtung fand. Der endgültige Durchbruch gelang ihr 2005 mit Sophie Scholl – Die letzten Tage, in dem sie die titelgebende Widerstandskämpferin aus dem Kreis der „Weißen Rose“ eindrucksvoll verkörperte. Für ihre intensive Darstellung wurde sie mit dem Silbernen Bären auf der Berlinale, dem Deutschen Filmpreis sowie dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet – eine seltene Kombination und ein klares Zeichen für ihre internationale Strahlkraft.
In den Folgejahren spielte sie in zahlreichen internationalen Produktionen, etwa in I Served the King of England von Jiří Menzel oder in 33 Szenen aus dem Leben der polnischen Regisseurin Małgorzata Szumowska. Dabei überzeugte sie stets durch ihre natürliche Ausstrahlung, emotionale Tiefe und präzise Rollenarbeit.
Auch im Fernsehen ist sie regelmäßig in herausragenden Produktionen zu sehen. 2016 übernahm sie die Hauptrolle in der viel gelobten ARD-Miniserie Das Verschwinden, die 2018 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Von 2018 bis 2022 stand sie für die preisgekrönte Sky-Serie Der Pass vor der Kamera, in der sie eine komplexe Ermittlerin verkörperte. Parallel dazu war sie von 2019 bis 2021 in der TV-Krimireihe Ostfrieslandkrimis in tragenden Rollen zu sehen.
Auch im Kino blieb sie präsent. In Anne Zohra Berracheds Drama 24 Wochen, das 2017 auf der Berlinale Weltpremiere feierte, spielte sie eine Mutter in einer emotional extrem herausfordernden Situation. Weitere wichtige Filmrollen übernahm sie in Lindenberg! Mach dein Ding! (Regie: Hermine Huntgeburth), Waren einmal Revoluzzer von Johanna Moder, Monte Verità – Der Rausch der Freiheit von Stefan Jäger und 8 Tage im August von Samuel Perriard.
Zuletzt stand Julia Jentsch für Electric Fields unter der Regie von Lisa Gertsch vor der Kamera. Im Jahr 2024 drehte sie erneut mit Nicolas Ofczarek für die Amazon-Prime-Serie Drunter & Drüber, in der sie einmal mehr ihre außergewöhnliche Präsenz und Vielschichtigkeit unter Beweis stellte.
Julia Jentsch live erleben
Erleben Sie Julia Jentsch live im Künstlergespräch am 20. September 2025 ab 18:00 sowie in der darauf folgenden Vorstellung zu «Fanny und Felix Mendelssohn: Zwei Leben — eine Leidenschaft» ab 19:00 Uhr. Mehr zur Veranstaltung finden Sie hier.

